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Die Paralympics-Qualifikation im ersten Anlauf verpasst

Zu wenige Tore, zu viele Zeitstrafen: Deutschland landet bei der Para Eishockey-WM nur auf Platz sieben – Zweite Chance auf die Paralympics-Teilnahme im Herbst.

[19.04.17] Die Vorbereitung war verheißungsvoll, die Zuversicht vorhanden, das Ziel klar vor Augen – doch die deutsche Nationalmannschaft hat bei den Para Eishockey- Weltmeisterschaften im südkoreanischen PyeongChang nur den siebten Platz erreicht und damit die Qualifikation für die Paralympics 2018 an gleicher Stelle im ersten Anlauf verpasst. Doch nach erster Enttäuschung geht der Blick wieder nach vorne: Denn beim Qualifikationsturnier im Herbst will das deutsche Team die zweite und letzte Chance unbedingt nutzen.

Nur ein Punkt aus sechs Spielen – das war zu wenig, um sich den Traum von den Paralympics schon bei der WM zu erfüllen. Zudem ist Platz sieben gleichbedeutend mit dem Abstieg in die B-Gruppe. Dabei startete die Mannschaft von Cheftrainer Andreas Pokorny zunächst gut in das Turnier. Gegen Gastgeber Südkorea gab es erst kurz vor Schluss eine 1:2-Pleite und Norwegen konnte Deutschland erst in der Overtime mit 1:2 bezwingen. Gegen den übermächtigen Favoriten USA verteidigte das deutsche Team das eigene Tor sogar so lange wie zu diesem Zeitpunkt keine andere Mannschaft des Turniers, am Ende gab es allerdings ebenso wie zum Abschluss gegen Kanada eine erwartungsgemäße 0:9-Pleite. Knackpunkt könnte die deutliche 0:5-Niederlage gegen Italien gewesen sein – einen Tag vor dem wichtigen Spiel gegen Schweden. Mit einem Sieg gegen die Skandinavier hätten die Deutschen sowohl den Abstieg verhindert als auch noch im Entscheidungsspiel um Platz fünf und damit um die Paralympics-Qualifikation kämpfen dürfen. Die Vorzeichen standen gut, schließlich hatte das Pokorny-Team fünf von sechs Testspielen gegen Schweden in diesem Jahr für sich entscheiden können. Doch die Schweden zeigten den noch größeren Biss, gingen in Führung und erhöhten kurz vor der Schlusssirene auf 2:0, während Deutschland beste Möglichkeiten ausließ und am Ende alles nach vorne geworfen hatte. Irgendwie symptomatisch, denn die Chancenverwertung war das große Manko während des gesamten Turniers.

„Die Enttäuschung ist sehr groß. Wir haben die wenigsten Tore geschossen und die meisten Zeitstrafen erhalten. Daran müssen und werden wir arbeiten“, betont Teammanager Ian Wood. Unnötige Strafen müssten trotz des erforderlichen Kampfgeists vermieden werden und vor dem Tor sei noch mehr Konzentration und Wille notwendig. „Die ersten beiden Spiele waren absolut in Ordnung, da hätten wir mit ein bisschen Glück auch gewinnen können“, sagt Wood, muss aber eingestehen: „Leider ist es uns im entscheidenden Spiel gegen Schweden nicht gelungen, unsere Leistung abzurufen und unsere Qualität aufs Eis zu bringen. Wir müssen die Gründe dafür analysieren, werden sie hinterfragen und korrigieren. Es war eine lehrreiche Zeit, aus der wir die richtigen Schlüsse ziehen werden.“ Ausdrückliches Lob erhielten die beiden Torhüter Simon Kunst und Klaus Brzoska, die mit ihren Paraden zahlreiche Chancen vereitelten.

Zwar waren die Weltmeisterschaften mit Platz sieben und dem verpassten Ziel eine bittere Erfahrung für das deutsche Team, doch der Blick geht nach der ersten Enttäuschung schnell wieder nach vorne. Denn der große Traum von der Paralympics-Teilnahme ist damit nicht geplatzt. Beim Qualifikationsturnier im Herbst werden wohl drei weitere Plätze ausgespielt, wobei es noch fraglich ist, ob dann auch die starke russische Mannschaft teilnehmen wird. „Wir müssen schon im Sommer so hart arbeiten, wie wir noch nie gearbeitet haben, um im Herbst in bestmöglicher körperlicher Verfassung zu sein. Nur so können wir unser ersehntes Ziel erreichen“, fordert Wood kämpferisch und fügt an: „Wer dazu nicht bereit ist, der ist fehl am Platz. Die Paralympics sind ein so großartiges Ereignis, für das es sich lohnt, sich zu quälen.“ [www.dbs-npc.de]

 
Bittere Pleite: Platz fünf in weite Ferne gerückt

[18.04.17] Es war das wichtige Duell, um das entscheidende Match um Platz fünf noch zu erreichen - doch die deutsche Para Eishockey-Nationalmannschaft hat die Chance bei den Weltmeisterschaften in PyeongChang durch eine bittere 0:2-Niederlage gegen Schweden nahezu verspielt. Die Ausgangslage vorher war klar: Beide Teams waren noch ohne Sieg, der Gewinner geht mit großer Wahrscheinlichkeit als Sechster ins Entscheidungsspiel um den wichtigen fünften Platz, der die Qualifikation für die Paralympics bedeutet. Diese Möglichkeit haben nun wohl die Schweden. Denn das deutsche Team bräuchte in der abschließenden Partie gegen die übermächtigen Kanadier ein Eishockey-Wunder.

Die Bedeutung des Spiels war allen Akteuren bewusst. Das deutsche Team musste nach den knappen Niederlagen gegen Südkorea (1:2) und Norwegen (1:2 n.V.) zum Auftakt anschließend gegen Favorit USA (0:9) und Italien (0:5) zwei deutliche Pleiten einstecken. Doch die Schweden blieben sogar ganz ohne Punkt und kassierten deutlich mehr Gegentore. Zudem hatte Deutschland in fünf von sechs Testspielen im Vorfeld der Weltmeisterschaften die Nase vorn gehabt gegen die Skandinavier und schien damit gut gerüstet für das direkte Aufeinandertreffen.

Doch die bissigeren Schweden kamen besser ins Spiel und nutzten kurz vor dem Ende des ersten Drittels eine Unaufmerksamkeit der Deutschen zum 1:0. So lief das Team von Cheftrainer Andreas Pokorny mal wieder einem Rückstand hinterher, konnte diesen trotz bester Gelegenheiten gerade im Schlussdrittel jedoch nicht mehr ausgleichen. Das Aufbäumen kam zu spät. In den letzten Sekunden warfen die Deutschen alles nach vorne, opferten den Torwart für einen zusätzlichen Feldspieler - und fingen sich das 0:2. Eine bittere Pleite, zumal ein Erfolg zum Abschluss gegen Kanada kaum im Bereich des Machbaren liegen dürfte. Das Paralympics-Aus ist damit aber noch nicht besiegelt. Im Herbst hat die deutsche Nationalmannschaft bei einem Qualifikationsturnier die zweite Chance - das wird dann die letzte sein. [www.dbs-npc.de]

 
Overtime-Krimi kurz vor Ende verloren

[13.04.17] Trotz des überragenden Goalies Simon Kunst hat die deutsche Mannschaft das zweite Spiel der Para Eishockey-Weltmeisterschaften in PyeongChang gegen Norwegen knapp mit 1:2 verloren - allerdings erst in der Verlängerung, so dass das Team von Cheftrainer Andreas Pokorny den ersten Punkt auf dem Konto hat. Norwegen war zunächst verdient in Führung gegangen, verpasste allerdings trotz guter Chancen den zweiten Treffer, da Simon Kunst mehrfach stark parierte. Bernhard Hering hatte im Schlussdrittel für den Ausgleich gesorgt, doch 34 Sekunden vor dem Ende der Overtime entschied Norwegen die Partie mit einem umstrittenen Treffer für sich. Deutschland bleibt damit ohne Sieg, hat aber den ersten Punkt. [www.dbs-npc.de]

 
Knappe Auftaktniederlage gegen die Gastgeber

[12.04.17] Zum Auftakt der Para Eishockey-Weltmeisterschaften im südkoreanischen PyeongChang hat die deutsche Nationalmannschaft gegen Gastgeber Südkorea knapp mit 1:2 (0:1, 0:0, 1:1) verloren. Die Gastgeber gingen im zweiten Drittel früh in Führung, während sich das Team von Cheftrainer Andreas Pokorny zunächst schwer tat. Mit einem Heber über den Goalie markierte Robert Pabst im Schlussdrittel jedoch den sehenswerten Ausgleich. Es folgte ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten - mit dem besseren Ende für Südkorea, die den guten Simon Kunst im deutschen Tor drei Minuten vor dem Ende noch einmal mit dem 2:1-Siegtreffer bezwingen können. Für die Deutschen geht es bereits am Donnerstag um 12 Uhr (MEZ) weiter gegen Norwegen.[www.dbs-npc.de]

 
„Die Paralympics-Teilnahme wäre die Krönung“

Para Eishockey: Das deutsche Team will sich bei der Weltmeisterschaft in PyeongChang für die Paralympischen Spiele 2018 qualifizieren

Mit einem klaren Ziel vor Augen reist die deutsche Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft im Para Eishockey, die vom 12. bis 20. April 2017 in PyeongChang stattfindet. Trotz starker Konkurrenz möchte das Team unter die Top Fünf – damit es in einem Jahr zu den Paralympics nach Südkorea zurückkehren darf. Bisher war Deutschland erst einmal bei den Spielen vertreten: vor über einem Jahrzehnt, 2006 in Turin.

„Es war eine spannende Zeit, die ich nie vergessen werde. So viel Aufmerksamkeit wie 2006 ist sehr selten in unserer Sportart“, erinnert sich der damalige Coach Michael Gursinsky, der die Mannschaft auch heute noch als Co-Trainer begleitet und mit den ehemaligen Eishockey-Profis Andreas Pokorny (Cheftrainer) und Ian Wood (Teammanager) ein Gespann bildet. „Bundespräsident Horst Köhler war in der Kabine und hat uns in der Halle angefeuert, auch Wolfgang Schäuble war vor Ort. Das war eine fantastische Wertschätzung für unsere Jungs“, schildert Gursinsky. Trotz der prominenten Unterstützung verpasste das deutsche Team im kleinen Finale gegen die USA knapp Bronze und wurde am Ende guter Vierter. „Wir hätten die Medaille gerne geholt, doch auch so war es ein geiles Erlebnis. Als Erinnerung hängt noch immer eine Bilder-Collage von damals in meinem Büro. Die Spiele sind also ständig präsent“, berichtet Jörg Wedde. Der 51-jährige Hannoveraner war genau wie Sebastian Disveld, Robert Pabst, Sven Stumpe sowie die beiden Rückkehrer Frank Rennhack und Udo Segreff bereits 2006 dabei – und kämpft nun um die erneute Teilnahme.

„Für manchen von uns wird es wohl der letzte Ritt, die letzte Chance auf die Paralympics. Wir sind richtig heiß darauf und wollen es unbedingt schaffen“, betont Wedde. 2010 und 2014 verpasste die deutsche Mannschaft die Spiele, scheiterte jeweils im Qualifikationsturnier. Es waren bittere Erfahrungen. Diesmal soll es so weit gar nicht kommen, denn die Teilnahme soll schon bei der Weltmeisterschaft in PyeongChang, und damit am Ort der Paralympics, unter Dach und Fach gebracht werden – so dass bei der zweiten und letzten Möglichkeit beim Turnier im Herbst nicht der ganz große Druck herrscht. „Wir haben einen guten Mix aus erfahrenen und jungen Spielern“, sagt Michael Gursinsky. Auch die jüngsten Testspiele machen Mut. Gegen Schweden gab es in sechs Partien fünf Siege und auch Norwegen konnte erstmals seit 19 Jahren bezwungen werden. „Wir sind, auch durch die beiden Rückkehrer, stärker aufgestellt als bei der EM im Vorjahr und haben uns auf dem Eis sowie mental deutlich verbessert. Das Team funktioniert gut, wir haben die Qualität, um es zu den Paralympics zu schaffen“, sagt Sebastian Disveld. Und der 41-Jährige aus Achim bei Bremen fügt hinzu: „Das ist das große Ziel, dafür betreiben wir den ganzen Aufwand.“

So steigt das deutsche Team am Samstag mit Zuversicht in den Flieger Richtung Südkorea. Doch es wird heiße Duelle auf dem Eis geben. „Die USA und Kanada sind die klaren Favoriten, dahinter ist alles offen. Jeder kann jeden schlagen. Es geht um viel – und es wird richtig zur Sache gehen. Die Jungs brennen dafür, das große Ziel gemeinsam zu erreichen“, sagt Michael Gursinsky. Um die begehrten drei Plätze hinter den beiden Favoriten kämpft die Mannschaft von Cheftrainer Andreas Pokorny mit Norwegen, Italien, Schweden und Südkorea. Gegen die Gastgeber trifft das Team zum Auftakt am 12. April um 19 Uhr Ortszeit – voraussichtlich vor ausverkaufter Halle. „Dann müssen wir auch vor dieser für uns ungewohnten Kulisse das abrufen, was wir uns in den vielen Lehrgängen und Testspielen erarbeitet haben. Unsere Entwicklung ist absolut positiv, die Paralympics-Teilnahme wäre für uns die Krönung“, betont Gursinsky.

Dieses Ziel hat auch Jörg Wedde fest im Visier. „Erst die Paralympics – und dann gehe ich sportlich in Rente“, schildert der 51-Jährige seine Pläne und ergänzt: „Das wäre so wichtig für die gesamte Sportart, damit die Leute sehen, was für ein geiler Sport Sledge-Eishockey ist, so dass hoffentlich neuer Nachwuchs nachkommt.“ Auch für die jungen Spieler im Team, für die es die Paralympics-Premiere wäre, sei es eine große Chance: „Sie spüren: Da liegt etwas Großes in der Luft, da kann ich dabei sein und Geschichte schreiben.“ Dafür muss die deutsche Mannschaft am besten schon bei der WM zwei Teams hinter sich lassen. Dann steht der ersehnten Rückkehr nach PyeongChang im März 2018 nichts mehr im Wege. Es wäre ein großartiges Erlebnis – nicht nur für Michael Gursinsky, Sebastian Disveld und Jörg Wedde.

Das deutsche WM-Aufgebot: Simon Kunst (30, Berlin, SC Langenhagen), Klaus Brzoska (45, Hamburg, Weserstars Bremen), Christian Pilz (33, Chemnitz, ESC Dresden Cardinals), Robert Pabst (42, Görlitz, Eislaufverein Niesky), Mathias Albanus (38, Uelzen/Niedersachsen, Weserstars Bremen), Sven Stumpe (41, Dortmund, Barbarians Kamen), Lucas Sklorz (21, Hameln, Barbarians Kamen), Hugo Rädler (38, München, ESV Dachau Woodpeckers), Frank Rennhack (27, Radebeul/Sachsen, Weserstars Bremen), Sebastian Disveld (41, Zeven/Niedersachsen, Weserstars Bremen), Jacob Wolff (39, Wittenberg/Sachsen-Anhalt, Weserstars Bremen), Jörg Wedde (51, Ölsburg/Niedersachsen, SC Langenhagen), Bernhardt Hering (25, Freiberg/Sachsen, ESC Dresden Cardinals), Christian Jaster (32, Düsseldorf, Wiehl Penguins), Udo Segreff (43, Hannover, SC Langenhagen), Ingo Kuhli-Lauenstein (24, Biedenkopf/Hessen, Wiehl Penguins).[www.dbs-npc.de]

 
Platz 6 für das deutsche Team

Junge Mannschaft schaut mit neuen Erkenntnissen nach vorne

Im Modus jeder gegen jeden spielten die besten sechs europäischen Mannschaften in schwedischen Östersund den Europameister aus. Dass das junge Team nicht ins Titelrennen eingreifen kann, stand früh fest. Wichtiger waren aber auch die Erkenntnisse, die auf dem Weg zum großen Ziel Paralympics 2018 gesammelt werden konnten. Bei der Titelvergabe gab es keine Überraschung; das starke russische Team wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Die Bilanz aus deutscher Sicht: Ein Punkt und Platz 6. Zum Team gehörten auch einige Spieler, die am Paralympischen Trainingsstützpunkt in Hannover trainieren.

Die Erkenntnisse dieser EM sind schnell aufgezählt: In den meisten Spielen war man auf Augenhöhe, die kämpferische Leistung war top, das Team hat gezeigt, woran noch gearbeitet werden muss. Das junge Team, bei denen einige Leistungsträger fehlten, konnte Erfahrungen sammeln auf dem Weg zum Ziel Pyeongchang 2018.

Das Fazit vom Trainerduo Andreas Pokorny und Michael Gursinsky: "Unsere neu formierte Mannschaft hat gut gearbeitet und sich richtig reingehangen. Wir haben den jungen Spielern viel Spielpraxis gegeben, denn es ist unser Ziel, dass wir sie mit Blick in die Zukunft besser machen. Dafür war diese Europameisterschaft sehr gut geeignet, da wir ohne Druck aufspielen konnten. Gegen Italien (1:3), Schweden (1:2 n.P.) und Tschechien (1:2) habe die Mannschaft auf Augenhöhe agiert und sich mehr verdient gehabt, auch gegen Norwegen hielt Deutschland streckenweise gut mit.“

Gegen das russische Team standen am Ende 0:17 Tore zu Buche. Das Spiel gegen Italien ging nach Führung ebenfalls noch verloren, gegen Schweden sogar erst im Penaltyschießen. In diesen Spielen zahlte die Mannschaft Lehrgeld, gab sich aber zu keiner Zeit auf.

Pokorny: "Wir haben gesehen, woran wir noch arbeiten müssen. Kämpferisch kann ich den Jungs absolut keinen Vorwurf machen. Wir nehmen die Erfahrungen mit und wollen sowohl die individuelle Entwicklung als auch den Weg als Mannschaft fortsetzen.“

Im Hinblick auf die Paralympics 2018 hatte diese EM keine Bewandtnis. Um eins der begehrten Tickets kämpft das deutsche Team 2017 bei den Weltmeisterschaften in Südkorea. Hierfür ist die Mannschaft bereits qualifiziert. Es bleibt also genug Zeit, um die Erkenntnisse bei der EM aufzuarbeiten und sich auf die WM vorzubereiten. [www.bsn-ev.de]

 
Wichtige Erkenntnisse für den großen Traum

Sledge-Eishockey: Bei den Europameisterschaften landet das deutsche Team auf dem sechsten Platz

Die besten sechs Sledge-Eishockey-Teams des Kontinents haben im schwedischen Östersund um Europas Krone gekämpft. Dass sich der große Favorit Russland dabei durchsetzen würde, war keine große Überraschung. Für eine solche hätte gerne die deutsche Nationalmannschaft gesorgt, doch das Team des ehemaligen Eishockey-Profis Andreas Pokorny musste sich mit der Erkenntnis begnügen, in den meisten Spielen auf Augenhöhe gewesen zu sein. Die Heimreise tritt der Europameister von 2005 zwar mit nur einem Punkt aus fünf Partien und dem sechsten Platz an, dafür aber mit vielen gesammelten Erfahrungen auf dem Weg zum großen Ziel: den Paralympischen Spielen in Pyeongchang 2018.

"Unsere neu formierte Mannschaft hat gut gearbeitet und sich richtig reingehangen. Wir haben den jungen Spielern viel Spielpraxis gegeben, denn es ist unser Ziel, dass wir sie mit Blick in die Zukunft besser machen. Dafür war diese Europameisterschaft sehr gut geeignet, da wir ohne Druck aufspielen konnten", resümiert das Trainerduo Andreas Pokorny und Michael Gursinsky. Gegen Italien (1:3), Schweden (1:2 n.P.) und Tschechien (1:2) habe die Mannschaft auf Augenhöhe agiert und sich mehr verdient gehabt, auch gegen Norwegen hielt Deutschland streckenweise gut mit.

Allerdings musste das teils junge Team auch Lehrgeld zahlen – beispielsweise zum Auftakt gegen Italien, als Deutschland nach einem Turnierstart nach Maß in Führung ging und auf das zweite Tor drückte, sich allerdings am Ende geschlagen geben musste. Gegen Gastgeber Schweden wurde die Mannschaft erst unglücklich im Penaltyschießen bezwungen.

"Wir haben gesehen, woran wir noch arbeiten müssen. Kämpferisch kann ich den Jungs absolut keinen Vorwurf machen. Wir nehmen die Erfahrungen mit und wollen sowohl die individuelle Entwicklung als auch den Weg als Mannschaft fortsetzen", sagt Cheftrainer Pokorny. Der Traum von den Paralympics ist mit dem sechsten Platz bei der EM längst noch nicht geplatzt. Denn um Tickets für Pyeongchang wird das deutsche Team erst bei den Weltmeisterschaften 2017 in Südkorea kämpfen. Die Qualifikation für das Turnier ist bereits gesichert. Und mit den wichtigen Erkenntnissen aus Schweden wird die deutsche Sledge-Eishockey- Nationalmannschaft bei der WM wieder angreifen. [www.dbs-npc.de]

 
Niederlage zum EM-Abschluss

Das letzte Spiel bei der EM in Östersund ist mit 1:2 verloren gegangen. Das deutsche Team hat dabei eine gute Leistung gegen CZ gezeigt. Eine Begegnung, die es in sich hatte durch packende Zweikämpfe und vielen Torchancen auf beiden Seiten. Im Mittelpunkt standen somit die beiden Torhüter, welche viel zu tun bekamen. Der deutsche Goalkeeper Simon Kunst, welcher auch als bester Athlet auf Seiten unseres Teams gewählt wurde, konnte sehr gute Paraden zeigen und war somit ein guter Rückhalt für unsere fünf Feldspieler. Es hat lange gedauert bis eine Mannschaft ihren ersten Treffer markierte. Leider waren es die CZ in der 10.Minute des letzten Abschnittes, die durch den Stürmer Habl trafen. Somit mussten die deutsche Spieler ein höheres Risiko eingehen, was sich erstmal nicht auszahlte, weil keine 4 Minuten später sogar das 0:2 fiel. Aber es wurde kontinuierlich weiter hart gearbeitet und dadurch konnte der Verteidiger Robert Pabst den Anschlusstreffer zum 1:2 in der 42.Minute platzieren. Nun wurde es noch spannender und es war ein offener Schlagabtausch auf hohem Niveau. Leider gelang es nicht, das Spiel zwingend in das Drittel der CZ zu verlagern, um ggf.den Torhüter für einen sechsten Feldspieler einzuwechseln. Somit blieb es bei dem Ergebnis mit der Erkenntnis, einer neu formierten Mannschaft mit jungen Spielern eine gute Erfahrung und Spielpraxis gegeben und sich international bei mindestens drei Spielen auf Augenhöhe gemessen zu haben. [M.G.]

 
Niederlage im Penaltyschießen gegen Schweden

Das vierte Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei EM in Östersund ist im Penaltyschießen verloren gegangen. Nach der regulären Spielzeit sowie in der Verlängerung stand es 1:1 gegen den Gastgeber Schweden. Das Team um das Trainergespann Pokorny/Gursinsky hatten gute Möglichkeiten, um den Siegtreffer zu platzieren. Auch das schwedische Team hatten jeweils gute Chancen mit einem Lattenschuss so wie einen Pfostentreffer. Unser Torhüter Simon Kunst hatte gut gehalten und hielt, was zu halten war. Das erste Tor bei dem Duell auf Augenhöhe hatten die Schweden aus dem Gewühl 3 Minuten vor Drittelende erzielen können. Das deutsche Team brauchte recht lange, um ihren hochverdienten Ausgleich zu erzielen, welcher erst in der zehnten Spielminute im letzten Abschnitt durch den Kapitän Bas Disveld fiel. Somit ging es in die fünf-minütigen Verlängerung mit 4 gegen 4, welche strotz einer Strafe gegen das deutsche Team weiter bei einem Remis blieb. Somit musste ein Penaltyschießen für die Entscheidung in dem hochdramatischen Partie her. Von den drei Torschützen konnte letztendlich nur der Kapitän Disveld seine Aufgabe mit Erfolg krönen. Die Schweden konnten wiederum zwei Treffer markieren und als Sieger das Eis verlassen.

Jeder hätte hier als Gewinner aus dem Spiel gehen können, aber zu viele vergebene Möglichkeiten auf Seiten des deutschen Teams waren letztendlich der Grund für die Niederlage gegen den Gastgeber, so das Trainerduo als Fazit! [M.G.]

 
Niederlage gegen Topfavoriten

Das dritte Spiel bei EM in Östersund ist mit einem 17:0 für den Top-Favoriten Russland ausgegangen. Bis auf wenige Chancen war das deutsche Team in fast allen Belangen unterlegen und es wurde schnell klar, das hier kein Blumentopf zu gewinnen ist. Sieben Strafzeiten gegen die Deutschen wurde gnadenlos vom russischen Team ausgenutzt und mit fünf Toren im Spiel bestraft. Der deutsche Torhüter Klaus Brzozka hatte alle Hände voll zu tun und konnte ab und an mit guten Paraden in den ersten beiden Spielabschnitten glänzen. Doch der Druck auf das Tor hielt unvermindert an und die Tore fielen in immer kürzeren Abständen je länger das Spiel dauerte. Für das Team war es folglich das Ziel, ab Mitte des zweiten Spielabschnitts hier Kräfte für die kommenden Vergleiche auf Augenhöhe gegen CZ und Schweden zu schonen. Somit erhielten auch neue Spieler im Team die Chance, internationale Erfahrung durch mehr Eiszeit zu sammeln.

Wenn ein Team mit solch professionellen Strukturen was Trainingspensum, Kaderstärke und Budget betreffend aufwartet, sind halt keine Wunder zu erwarten. Halt eine andere Welt, so das Fazit beider Trainer. Auch das Team Schwedens konnte den Tag zuvor mit einem 1:16 gegen Russland leider Ähnliches erfahren. [M.G.]

 
Niederlage gegen Norwegen

Das zweite Spiel der deutschen Nationalmannschaft ging mit 1:5 gegen Norwegen verloren. Norwegen versuchte von Anfang an Druck zu machen, was nur phasenweise durch Strafen gegen das Team um Kapitän Bas Disveld ging. Immer wieder konnten sich die Deutschen geschickt befreien und auch vereinzelt Chancen kreieren. Selbst das Tor in der 14. Minute und 18. Minute zum 0:2 konnte dem Engagement der Spieler keinen Abbruch verleihen.

Im zweiten Drittel war das deutsche Team sogar in der Lage spielbestimmende Akzente zu kreieren und belohnte sich mit dem Anschlusstreffer zum 1:2 in diesem Abschnitt! Alles von Posten und Lattentreffer für unser Team waren dabei, aber leider ohne den so wichtigen Ausgleich.

Somit waren die letzten 15 Minuten in diesem Spiel mit der Aufgabe behaftet, den Ausgleich schnellstmöglich zu erzielen. Erst eine erneute Unterzahl der Deutschen brachte den Norwegern ein nicht unerheblichen Vorteil, welcher durch dessen Topscorer Pederson mit dem Tor zum 1:3 unterstrichen wurde. Nun lief den Athleten die Zeit davon und somit musste mit hohem Risiko gespielt werden. Leider hat sich der Mut zum größeren Risiko nicht ausgezahlt und die Treffer zum 1:4 und 1:5 wurden vom Halbfinalisten der letzten WM markiert. Hoher Einsatz und Kampfgeist ohne das Fünkchen Glück konnte als Resümee vom Trainerteam bescheinigt werden. [M.G.]

 
Spiel 1 bei EM in Schweden

Das erste Spiel gegen Italy ist knapp mit 1:3 verloren gegangen. Das Team um Trainerduo Pokorny/Gursinsky hatte einen guten Start und ging in der 7. Spielminute mit 1:0 in Führung durch den Stürmer Bernhard Hering. Erst der Ausgleich der Italiener in der 12. Minute eröffnete einen offenen Fight.

Eine Strafe gegen das deutsche Team und ein gutes Überzahlspiel der Italiener brachte diese erstmalig in Führung. Doch das Team um Kapitän Bas Disveld gab nicht auf und kämpfte sich trotz kleinen Kaders an den amtierenden Europameister heran. Leider zahlten die schwindenden Kräfte im letzten Drittel ihren Tribut um das Spiel zu kippen. Ein Flatterschuss vom italienischen Spieler Plankert aus der neutralen Zone konnte unser Torhüter Simon Kunst nicht kontrollieren. Somit ging das erst Spiel 1:3 verloren. Gutes Spiel mit viel Kampfgeist und Einsatz auf hohem Niveau aller Spieler bleibt. [M.G.]

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